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Typically British – International Tea Day

Typisch britisch: 21. Mai 2020 Internationaler Tag des Tees

Rechts oben steht meine Tasse – starker Schwarztee mit Milch

In Krisenzeiten setzt man im Vereinigten Königreich erst einmal heißes Wasser auf. Es ist also wenig verwunderlich, dass der Umsatz mit Tee seit dem Lockdown stark gestiegen ist.

Das Heißgetränk beruhigt die Nerven, man isst dazu Kekse oder Kuchen oder tratscht mit Freunden.

Im Vereinigten Königreich werden täglich 100 Millionen Tassen Tee (und 70 Millionen Tassen Kaffee) getrunken. Nur in Irland ist der Pro-Kopf-Teekonsum noch höher als bei uns.

Obwohl Früchte- und Kräutertees immer beliebter werden, macht Schwarztee (meist mit Milch) 85 % unseres Teekonsums aus. Sie können also nachvollziehen, warum ich bei der Übersetzung eines Texts für einen lieben Kunden, in dem Zitronentee als der beliebteste Tee Europas bezeichnet wurde, als Britin ganz schön mit den Zähnen knirschen musste.

Und warum meine Familie relativ entsetzt schaute, als ich nach einem Jahr in Deutschland „ausgefallene Ideen“ hatte und Alternativen zu unserem Standardtee vorschlug.

Unsere Nation baut auf die gewohnte Tasse Tee auf. Wortwörtlich. Starker Schwarztee wird auch als Builder’s Brew bezeichnet, weil 90 % der Handwerkerinnen und Handwerker immer einen Wasserkocher in der Nähe haben, um während der Arbeit Tee trinken zu können.

Obwohl ich aus dem Süden Englands komme, trinke ich am liebsten Yorkshire Tea aus dem Norden. Ich habe Ihnen einen Teebeutel zum Testen beigelegt: Einfach mit kochendem Wasser aufgießen, für ein paar Minuten ziehen lassen und nach Belieben mit Milch und/oder Zucker genießen.

Falls Sie Tee mit Milch nicht überzeugt, können Sie ihn auch mit Zitronenscheibe und Honig trinken.

Gute Neuigkeiten für alle Teetrinkerinnen und -trinker: Schwarztee soll viele gesundheitliche Vorteile haben. So sind darin beispielsweise entzündungshemmende Antioxidantien enthalten. Mir solls recht sein!

Unsere Unterschiede machen uns besonders

Unterschiede blog

Ich weiß die Antwort, ich weiß sie … ohje, es war doch nicht das, was ich gedacht habe.

Manchmal gönne ich mir zur Entspannung eine Ausgabe der Kochsendung Masterchef Australia. Eine Folge drehte sich um Kuchen. Wer kann da schon wiederstehen? Das unterlegene Team stand kurz vor dem Ausscheiden. Es ging darum, die Namen verschiedener Kuchen richtig anzugeben. Die ersten drei Teilnehmer, die eine falsche Antwort gaben, würden um ihren Verbleib im Wettbewerb kochen müssen.

Zugegeben, einige Kuchen auf dem Tisch hatte ich noch nie zuvor gesehen. Es überraschte mich aber, wie viel Mühe die Teilnehmer mit dem Battenbergkuchen, der Schwarzwälder Kirschtorte und dem Simnel Cake, dem englischen Osterkuchen, hatten.

Australien und Großbritannien sind eng miteinander verbunden. Wir haben dieselbe Königin und Bräuche und sind begeisterte Fußball-, Rugby- und Cricket-Fans. Wir Briten denken immer, dass die Australier einfach eine gelassenere Version von uns sind. Von dem verrückten Gen, das sie dazu bewegt, in einem Land voller giftigen Pflanzen und Insekten zu leben, einmal abgesehen.

Warum kannten die Teilnehmer der australischen Kochsendung also diese weitverbreiteten Kuchen nicht? Weil es Unterschiede zwischen unseren Kulturen und Erfahrungen gibt, auch wenn wir die Muttersprache teilen.

Hier in Europa liegen die verschiedenen Kulturen eng beieinander. Unser Essen, unsere Gewohnheiten und unsere Reiseziele überschneiden sich. Und trotzdem sind die Unterschiede offensichtlich. Zum Beispiel die Sprache. Unterschiedliche Sprachen bringen unter anderem mit sich, dass Menschen ein Land bei einem Besuch anders erleben als Einheimische.

Auch wenn wir eine Fremdsprache lernen und Einblicke in an anderes Land gewinnen, ist es nicht das Gleiche, wie in dieser Kultur aufzuwachsen. Ich lebte ein Jahr lang in Deutschland und bei meiner Rückkehr brauchte ich ein paar Tage, um mich wieder zurechtzufinden. Auch wenn wir alle Europäer sind, sind wir stark von unserer eigenen Sprache und Kultur geprägt. Und dies beeinflusst unser Denken und Handeln enorm, auch wenn wir es oft nicht bemerken.

Einmal musste ich für einen Kunden einen Text vollständig umschreiben, weil er darin das deutsche Pfandflaschensystem als Metapher verwendete. Hier in Großbritannien kennen wir keine Pfandflaschen. Dem Kunden war das nicht bewusst. Er ist davon ausgegangen, dass Pfandflaschen auch im Ausland die Norm sind. Hätte ich diesen Text Wort für Wort übersetzt, wären englische Leser verwirrt gewesen und hätten sich fremd gefühlt. Potentielle Kunden möchten sich aber verstanden fühlen und dazugehören.

Aus diesem Grund habe ich ein neues Angebot eingeführt: Die Englischanalyse, bei der ich englische Texte unter die Lupe nehme. Das Angebot richtet sich an Menschen, die englische Texte verfassen, aber Englisch nicht zur Muttersprache haben. Ich analysiere den Text, erstelle ein Bildschirmvideo von meiner Analyse und einen schriftlichen Bericht mit Vorschlägen, wie der Text verbessert werden könnte. Hier erfahren Sie mehr.