Alle Artikel von Sarah Silva

Big Ben and the Thames at sunset

Brexit – irgendwie ist alles anders, irgendwie aber auch nicht

Big Ben and the Thames at sunset to reflect the sun setting on the UK-EU relationship with Brexit
London muss nach dem Brexit mehr Brücken bauen

Dinge, die ich daran mag, Britin zu sein: Tee, Marmite, die englische Sprache, den sarkastischen Sinn für Humor, die vielen verschiedenen Akzente und regionalen Besonderheiten, die Tatsache, dass ich in weniger als einer Stunde an der Küste sein kann, und das Zusammenkommen verschiedener Kulturen.

Dinge, die ich nicht daran mag, Britin zu sein: das Wetter, die mangelnde Begeisterung vieler Menschen für das Erlernen einer neuen Sprache – und nun der Brexit.

Und obwohl mein Wunsch ein anderer war, lässt der britische Wirtschaftsminister verlauten, dass das Vereinigte Königreich tatsächlich die EU verlassen hat und die Übergangszeit am 31. Dezember 2020 endet. Was für ein Abschluss für dieses turbulente Jahr!

Da ich in Kent im Südosten Englands lebe, bin ich mir der potenziellen Probleme, die dies für internationale Hersteller und Transportunternehmen bedeuten kann, nur zu gut bewusst. Bei uns gibt es einen speziellen Bereich, der liebevoll „Brexit-Parkplatz“ genannt wird und auf dem bereits im Dezember reger Betrieb herrschte, als Frankreich seine Grenzen schloss. Wenn dann noch ein gewisses Virus hinzukommt, muss man sich nicht wundern, warum ich Mitte Januar immer noch Weihnachtskarten erhalte.

Was ändert sich?

Aktuelle Richtlinien – und ich habe viele Informationsveranstaltungen besucht, Regierungsempfehlungen gelesen und mit relevanten Expertinnen und Experten gesprochen – können geringfügigen Änderungen unterliegen. Beim derzeitigen Stand der Dinge ändert sich an der Zusammenarbeit zwischen mir und meine Kundinnen und Kunden jedoch nichts.

Ich liefere Übersetzungen und korrigierte Texte wie gewohnt per E-Mail oder über einen sicheren Datei-Übertragungsdienst und akzeptiere Zahlungen in Euro. Videokonferenzen ermöglichen es uns, zumindest virtuell von Angesicht zu Angesicht miteinander zu sprechen. Außerdem möchte ich nach wie vor für persönliche Treffen zu Veranstaltungen in Deutschland reisen, sobald dies wieder sicher und möglich ist. An sich macht es keinen Unterschied, ob Sie mit mir oder einer Person zusammenarbeiten, die ein paar Kilometer von Ihnen entfernt ist – außer dass ich Ihre englischen Texte mit meiner muttersprachlichen Kompetenz bis zur Perfektion poliere.

Stets auf der Hut

Ich arbeite fast ausschließlich mit Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen und habe ein Auge für die Feinheiten der Sprache und dafür, wie sich diese im Laufe der Zeit verändern. Und wie schnell sich Sprache unter gewissen Umständen verändern kann, ist aktuell gut zu beobachten (COVID-19-Terminologie). Obwohl ich mich in Ihrer Branche und Muttersprache gut auskenne, maße ich mir nicht an, alles zu wissen. Sie kennen Ihre Produkte oder Forschung am besten. Daher können Sie von mir die eine oder andere Frage erwarten, damit ich entscheiden kann, ob Übersetzungsoption A oder B besser passt.

Sollten Sie Unterstützung bei der Überarbeitung Ihrer Dokumentation, Ihrer Produktkennzeichnung oder bei der Bereitstellung von Updates für Ihre Kunden und Geschäftspartner benötigen, helfe ich Ihnen gerne weiter. Kontaktieren Sie mich hier.

Typisch britisch: 21. Mai 2020 Internationaler Tag des Tees

Rechts oben steht meine Tasse – starker Schwarztee mit Milch

In Krisenzeiten setzt man im Vereinigten Königreich erst einmal heißes Wasser auf. Es ist also wenig verwunderlich, dass der Umsatz mit Tee seit dem Lockdown stark gestiegen ist.

Das Heißgetränk beruhigt die Nerven, man isst dazu Kekse oder Kuchen oder tratscht mit Freunden.

Im Vereinigten Königreich werden täglich 100 Millionen Tassen Tee (und 70 Millionen Tassen Kaffee) getrunken. Nur in Irland ist der Pro-Kopf-Teekonsum noch höher als bei uns.

Obwohl Früchte- und Kräutertees immer beliebter werden, macht Schwarztee (meist mit Milch) 85 % unseres Teekonsums aus. Sie können also nachvollziehen, warum ich bei der Übersetzung eines Texts für einen lieben Kunden, in dem Zitronentee als der beliebteste Tee Europas bezeichnet wurde, als Britin ganz schön mit den Zähnen knirschen musste.

Und warum meine Familie relativ entsetzt schaute, als ich nach einem Jahr in Deutschland „ausgefallene Ideen“ hatte und Alternativen zu unserem Standardtee vorschlug.

Unsere Nation baut auf die gewohnte Tasse Tee auf. Wortwörtlich. Starker Schwarztee wird auch als Builder’s Brew bezeichnet, weil 90 % der Handwerkerinnen und Handwerker immer einen Wasserkocher in der Nähe haben, um während der Arbeit Tee trinken zu können.

Obwohl ich aus dem Süden Englands komme, trinke ich am liebsten Yorkshire Tea aus dem Norden. Ich habe Ihnen einen Teebeutel zum Testen beigelegt: Einfach mit kochendem Wasser aufgießen, für ein paar Minuten ziehen lassen und nach Belieben mit Milch und/oder Zucker genießen.

Falls Sie Tee mit Milch nicht überzeugt, können Sie ihn auch mit Zitronenscheibe und Honig trinken.

Gute Neuigkeiten für alle Teetrinkerinnen und -trinker: Schwarztee soll viele gesundheitliche Vorteile haben. So sind darin beispielsweise entzündungshemmende Antioxidantien enthalten. Mir solls recht sein!

Screen filled with information

Hinter den Kulissen: Erwartung und Realität

Detailkram oder Wissenwertes?

Screen filled with information
Wissen ist Macht oder ein einfacheres Leben?

Lästiger Detailkram oder doch lieber Klarheit über das, was Sie von Ihrem Dienstleister erhalten? Kürzlich erkundigte sich ein Kollege aus der Webentwicklung in einem Onlineforum, wie viel eine Übersetzung ungefähr kosten würde. Wie in jeder Branche können die Preise auch hier stark variieren. Außerdem stellt sich die Frage, welche Dienstleistungen genau angeboten werden und wie viel Professionalität an den Tag gelegt wird. Ich nannte ihm eine grobe Preisspanne und empfahl ihm, verschiedene Angebote für eine Übersetzung inklusive Korrekturlesen durch eine zweite Übersetzerin oder einen zweiten Übersetzer einzuholen.

Ein anderes Forummitglied war überrascht:

Ich bin davon ausgegangen, dass alle professionellen Übersetzungen bzw. Texte noch einmal gegengelesen werden …“

Was hätten Sie erwartet?

Ich ging etwas näher auf das Thema ein und erklärte, dass es für jedes Budget Übersetzungen gibt, sich die erbrachten Dienstleistungen jedoch deutlich voneinander unterscheiden können. Die Antwort:

Aus Auftraggebersicht sehe ich einfach nur zwei Angebote und gehe von der gleichen Qualität aus. Dass eines davon Gegenlesen beinhaltet und eines nicht, ist mir persönlich schon zu viel Detailkram. Ich möchte einen Preis wissen und meinen Auftrag erledigt haben.“

Vielleicht sehen Sie das genauso. Bedenken Sie jedoch, dass die beiden Angebote nicht die gleichen Vorteile bieten. Beispiel: Ich übersetze in meine Muttersprache Englisch und lasse meine Texte standardmäßig von einer Kollegin mit ähnlichen Qualifikationen Korrektur lesen.

Das ist nicht immer so

Manche übersetzen hingegen aus ihrer Muttersprache in eine Fremdsprache und lassen ihre Arbeit nicht mehr gegenlesen. Dabei fällt nicht nur eine zweite Meinung bzw. Perspektive weg, es fehlen auch die kulturellen Einblicke und idiomatischen Formulierungen einer muttersprachlichen Person. Damit wird aus einer angemessenen Übersetzung eine beeindruckende Übersetzung, mit der Sie bestmögliche Ergebnisse für Ihr Unternehmen erzielen können.

Ein bisschen Zauber für glänzende Texte

Optimierungspotenzial

Personen, die in ihre Zweitsprache übersetzen, können ihre Arbeit durch ein muttersprachliches Lektorat optimieren. Ich arbeite zum Beispiel mit einer österreichischen Kollegin zusammen, die regelmäßig ins Englische übersetzt und mich bittet, ihre Texte mit meinem muttersprachlichen Gespür – oder in ihren Worten „Native-Speaker-Glamour“ – zu verfeinern. So können sich Leserinnen und Leser voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren, ohne über ungeläufige Formulierungen zu stolpern. Denn auch wenn man täglich mit einer Fremdsprache arbeitet, ist es quasi undenkbar, jemals alle Feinheiten und kulturellen Implikationen zu beherrschen. Und genau aus diesem Grund habe ich meine deutsche Kollegin Zoe gebeten, meinen Newsletter für mich zu übersetzen und ihren muttersprachlichen Zauber zu versprühen.

Man sollte also auch bei Übersetzungen nicht Äpfel mit Birnen (oder maschinellen Übersetzungen) vergleichen, sondern genau abwägen, welche Dienstleistungen angeboten werden und welches Ergebnis Sie sich wünschen.